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Aktuelle Projekte

Im Folgenden geben wir Ihnen einen Überblick über die Projekte, die derzeit am Laufen sind:

Sprache und Literalität manifestieren sich in multimodalen Formen. Diese Multimodalität äußert sich durch Mündlichkeit und Schriftlichkeit, Musik, mathematische Zeichen, Zeichnungen, Gesten, Gebärden, visuelle und digitale Zeichen (Serafini, 2010). Wie die Bedeutung der multimodalen Darstellung von Sprache und Inhalt erschlossen wird, untersucht die multimodale Literalität (Mills & Unsworth, 2017, Hasset & Curwood, 2009), die eine zunehmend wichtige Rolle im Bildungskontext, und besonders im Mehrsprachigkeitskontext (Helmchen & Melo-Pfeifer, 2018), spielt. Gleichzeitig greift das Projekt den educational turn in der Linguistic Landscape-Forschung auf (Krompák et al. 2021) und rückt Sprachlandschaften als pädagogische Ressource ins Zentrum des Forschungsinteresses. Vor diesem Hintergrund hat das Lehrinnovationsprojekt der Universität Straßburg und der Pädagogischen Hochschule Schaffhausen zum Ziel, Bilderbuchgeschichten als lebendige und kreative Sprachlandschaften multimodal zu gestalten und darzustellen sowie damit die multimodale Pluriliteralität der Schülerinnen und Schüler zu fördern (Kafle & Canagarajah, 2015). Des Weiteren wird die Frage untersucht, inwieweit Studierende durch den interkulturellen Austausch zwischen den zwei Partnerinstitutionen ihre fachlichen, beruflichen und sprachlichen Kompetenzen weiterentwickeln.

Die Studierenden beider Hochschulen verwandeln unabhängig voneinander ausgewählte Bilderbuchgeschichten von Tomi Ungerer (Hartmann & Hélot, 2021) in eine multimodale Storytelling-Performance, und bieten (bilingualen) Schulklassen eine multimodale und interaktive Aufführung an. Zweimal findet ein virtueller Austausch zwischen den Studierenden der teilnehmenden Hochschulen statt, in dem die Studierenden über ihre Aktionsforschungsprojekte austauschen. Über diesen Austausch führen die Studierenden autoethnografische Protokolle (Chang, 2008), die eine vertiefte Reflexion über den kreativen Gestaltungs- und Inszenierungsprozess, die multimodale Performance der Bilderbuchgeschichten sowie deren interkulturelle Rezeption erlaubt. Das Projekt folgt dem performative turn im Bildungskontext und in der Sprach- bzw. Mehrsprachigkeitsdidaktik (Mentz & Fleiner 2018) und eröffnet damit neue Perspektiven in der Erforschung von LL, der multimodalen (und multilingualen) Literalität (Hélot et al., 2014; Daly et al. 2018) sowie in der Professionalisierung des Lehrberufes.

  • Laufzeit:  2022
  • Finanzierung: Eigenmittel PHSH, Universität Straßburg
  • Projektleitung: Dr. Edina Krompák, Dr. Esa Christine Hartmann
  • Kooperation: Dr. Esa Christine Hartmann (Universität Straßburg)

Der Herausgeberband in Zusammenarbeit mit der Pädagogischen Hochschule Graubünden möchte mit seinen Beiträgen die folgenden Fragen beantworten: Wie zeigt sich Mehrsprachigkeit im öffentlichen Raum und in den Bildungsinstitutionen? Wie erleben Lernende die Sprachen in verschiedenen (Lebens)räumen und schulischen Kontexten? Wie kann die sprachliche Landschaft (Linguistic Landscape) als pädagogisches Tool in der Förderung der Schul- und Familiensprachen sowie in der Auseinandersetzung mit Sprache und Raum verwendet werden?

  • Laufzeit:  2021 – 2022
  • Finanzierung: Eigenmittel PHSH, Pädagogische Hochschule Graubünden
  • Projektleitung: Dr. Edina Krompák
  • Kooperation: Prof. Dr. Vincenzo Todisco (Pädagogische Hochschule Graubünden)

In Vorbereitung:

Krompák, E. & Todisco, V. (in Vorbereitung) (Hrsg.). Sprache und Raum. Mehrsprachigkeit in der Bildungsforschung und in der Schule. hep Verlag.

Educational institutions constitute educational public spaces with explicit and implicit language policies and multiple language practices involving diverse stakeholders. While translanguaging is common in the everyday practices of plurilingual persons (Mazzaferro, 2018), in educational public spaces these practices often still do not receive the attention they warrant (Creese & Blackledge, 2010; Mazak & Carroll, 2017). The planned volume takes a transdisciplinary approach to translanguaging in education. It explores how translanguaging is perceived, its impact and its implications, especially in the classroom. We are particularly interested in the relationship between everyday linguistic practices and language policies in education. To what extent are multilingualism and translanguaging taken into account as institutional issues in educational public spaces? What are the linguistic practices of various stakeholders in their diverse educational institutions? How is translanguaging used as everyday social practice in transregional and transdisciplinary educational spaces?

The edited volume will consist of two parts:

Part I: Translanguaging theories, ideologies and practices in education
Part II: Translanguaging in transregional and transdisciplinary educational spaces

  • Laufzeit:  2021 – 2023
  • Finanzierung: Eigenmittel PHSH, Institut für Bildungswissenschaften, Universität Basel
  • Projektleitung: Dr. Edina Krompák
  • Kooperation: Prof. Dr. Elena Makarova (Institut für Bildungswissenschaften), Stephan Meyer (Universität Basel)

In Vorbereitung:

Krompák, E., Makarova, E. & Meyer, S. (eds.) (in Prep.). Beyond Multilingualism – Translanguaging in Education. Multilingual Matters.

Das Projekt «Draussen unterrichten» in Kooperation mit der Stiftung SILVIVA, der Dienststelle Primar- und Sekundarstufe I des Erziehungsdepartements des Kantons Schaffhausen und dem Naturpark Schaffhausen hat das Ziel, das Konzept des «Draussenunterrichts» an der Volksschule des Kantons zu verankern. Draussenunterricht bedeutet lehrplanbasierte Lehr- und Lernaktivitäten außerhalb des Klassenzimmers, setting-sensitives, problembasiertes, erlebnisorientiertes Lernen auf wöchentlicher oder zweiwöchentlicher Basis.
Die verfügbare Forschung zu Draussenunterricht sowie die Lern- und Hirnforschung  zeigen, dass Lernen in und mit der Natur gesamthaft wirksam ist, da es Lernprozesse und Gesundheit kumulativ auf unterschiedlichen Ebenen fördert: kognitiver Lernerfolg, Sozial- und Selbstkompetenz, physische und mentale Gesundheit, sowie Alltagskompetenz und systemisches Denken.
Mit Draussenunterricht werden zugleich auch Ziele der Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE) verfolgt. BNE ist Teil der Strategie zur Umsetzung der Agenda 2030 und als übergeordnetes Bildungsziel im Lehrplan 21 verankert. BNE trägt dazu bei, dass die Schülerinnen und Schüler Kompetenzen und Wissen erwerben für die Beteiligung an einer ökologisch, sozial und wirtschaftlich nachhaltigen Gestaltung der Zukunft.

Projektziele:

Entwicklung einer zielgerichteten Kombination von Ausbildungsgefässen für Studierende der PHSH basierend auf internationaler/nationaler Forschung und Erfahrung: Qualifizierung und fachdidaktische Ausbildung zur Befähigung zum fächerübergreifenden Draussenunterricht (Pflicht- bzw. Wahlmodule). Verknüpfung mit dem im Aufbau begriffenen Ausbildungsbereich BNE. 

Entwicklung von Weiterbildungsgefässen für Lehrpersonen, Schulen und Schulleitungen des Kantons Schaffhausen, um möglichst viele aktive Lehrpersonen für den Draussenunterricht zu qualifizieren. Es geht hier um längere Lernprozesse, die gut betreut und begleitet werden müssen, z.B. Zusatzqualifikationen, SCHILW-Kurse, Tandem-Formen, Schulvisiten, Jobshadowing etc., welche die Verankerung von Draussenunterricht in der Schulpraxis befördern.

Publikation der begleitenden Evaluation in Fachzeitschriften, Präsentation von erfolgreichen Projekten an Tagungen und mittels Kurzvideos auf verschiedenen Webplattformen (draussenunterrichten.ch, Naturpark Schaffhausen, etc.), mit dem Ziel «Draussenunterricht» auf grosser Skala sichtbar zu machen. 

  • Laufzeit: 2021–2026
  • Finanzierung: Mercator Stiftung, Werner Amsler Stiftung
  • Projektleitung: Dr. Seraina Bassin und Isabelle Föllmi
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Im Sachunterricht werden fachliche und überfachliche Kompetenzen erworben, die ein fachspezifisches, (bildungs-)sprachliches Register voraussetzen (Schmellentin, Lindauer, Furger, 2012). Im Konzept von scientific literacy nimmt die Sprachkompetenz als Wissensdimension eine bedeutende Rolle ein (Gräber et al. 2007). Dies erfordert sowohl die Sensibilisierung der Lehrpersonen auf eine chancengerechte sprachliche Bildung (Krompák, 2015) als auch die Vermittlung von fachbezogenen sprachdidaktischen Kompetenzen.

Das Forschungsprojekt «Sprachliche Bildung im Sachunterricht» untersucht die sprachbezogene Didaktisierung von Sachtexten unter Berücksichtigung des gesamtsprachlichen Repertoires der Lernenden.  Unser Forschungsprojekt ist durch die folgenden Fragestellungen geleitet:  Welche sprachlichen Charakteristiken zeigen herkömmliche Sachtexte auf? Wie können Lehrpersonen die Lernenden beim Lesen solcher Sachtexte unterstützen (scaffolding)? Inwieweit kann das sprachliche Repertoire der Lernenden einbezogen werden? In einem ersten Schritt werden 20 kurze Sachtexte zu den verschiedenen Diskurstypen (Shanahan et al., 2011) mit der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring (2015) analysiert und verglichen. Zweitens werden Interaktionen von angehenden Lehrpersonen über die sprachliche Didaktisierung der ausgewählten Sachtexte aufgenommen, transkribiert und mit der Grounded Theory (Charmaz, 2006) ausgewertet.  Die Ergebnisse liefern wertvolle Erkenntnisse darüber, welche linguistischen Charakteristiken Sachtexte von verschiedenen Diskurstypen aufweisen und wie sich angehende Lehrpersonen mit den sprachlichen Aspekten des Sachunterrichts auseinandersetzen.

  • Laufzeit:  2019 – 2022
  • Finanzierung: Eigenmittel PHSH
  • Projektleitung: Dr. Edina Krompák & Dr. Seraina Bassin

Publikation:
Krompák, E., & Bassin, S. (2020, März 3–5). Sprachliche Bildung im Sachunterricht. [Präsentation]. GDSU-Tagung, Augsburg, Deutschland.

Die COVID-19-Pandemie stellt unser Bildungssystem auf verschiedenste Art und Weise auf die Probe. Lehrpersonen, Eltern, Schülerinnen und Schüler mussten während des Lockdowns in kürzester Zeit lernen, mit den neuen digitalen Methoden umzugehen. Dabei sind für den Fernunterricht innovative Methoden und neue Formen des Lernens und Lehrens entstanden.

Das Projekt «Multimodales Lernen im Kindergarten während der COVID-19-Pandemie» der Pädagogischen Hochschule Schaffhausen untersucht die multimodale Kommunikation und das Lernen der Kindergartenkinder durch digitale Tools.

In diesem Zusammenhang sollen folgende Fragen beantwortet werden: Wie erfolgte die multimodale Kommunikation zwischen den Lehrpersonen und Kindergartenkindern während der Pandemie? Wie lernten Kindergartenkinder während dieser Zeit? Wo lagen die Chancen und Herausforderungen für die Lehrpersonen, die Eltern und die Kinder?

Im Rahmen der Untersuchung werden Daten (Videos, Sprachdateien, gestalterische Arbeiten usw.), welche von Lehrpersonen und Kindern zu Lehr- und Lernzwecken während der COVID-19-Pandemie verwendet wurden, analysiert. Darüber hinaus werden die Kinder und die Eltern über die Auswirkungen der Pandemie auf das Lernen interviewt.

  •  Laufzeit: April 2020 – 2022
  • Finanzierung: Eigenmittel PHSH
  • Projektleitung: Dr. Edina Krompák
  • Projektmitarbeiterin: Patricia Schubiger
Kontakt

Dr. Edina Krompák

Leiterin Abteilung Forschung und Entwicklung
+41 52 551 49 04
edina.krompak@remove-this.phsh.ch
Mo – Do / Raum A 23

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