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Aktuelle Projekte

Im Folgenden geben wir Ihnen einen Überblick über die Projekte, die derzeit am Laufen sind:

Die COVID-19-Pandemie stellt unser Bildungssystem auf verschiedenste Art und Weise auf die Probe. Lehrpersonen, Eltern, Schülerinnen und Schüler mussten während des Lockdowns in kürzester Zeit lernen, mit den neuen digitalen Methoden umzugehen. Dabei sind für den Fernunterricht innovative Methoden und neue Formen des Lernens und Lehrens entstanden.

Das Projekt «Multimodales Lernen im Kindergarten während der COVID-19-Pandemie» der Pädagogischen Hochschule Schaffhausen untersucht die multimodale Kommunikation und das Lernen der Kindergartenkinder durch digitale Tools.

In diesem Zusammenhang sollen folgende Fragen beantwortet werden: Wie erfolgte die multimodale Kommunikation zwischen den Lehrpersonen und Kindergartenkindern während der Pandemie? Wie lernten Kindergartenkinder während dieser Zeit? Wo lagen die Chancen und Herausforderungen für die Lehrpersonen, die Eltern und die Kinder?

Im Rahmen der Untersuchung werden Daten (Videos, Sprachdateien, gestalterische Arbeiten usw.), welche von Lehrpersonen und Kindern zu Lehr- und Lernzwecken während der COVID-19-Pandemie verwendet wurden, analysiert. Darüber hinaus werden die Kinder und die Eltern über die Auswirkungen der Pandemie auf das Lernen interviewt.

 Laufzeit: April 2020 – 2022

  • Finanzierung: Eigenmittel PHSH
  • Projektleitung: Dr. Edina Krompák
  • Projektmitarbeiterin: Patricia Schubiger

Im Zuge des HarmoS-Konkordats wird mit dem LP21 der Kindergarten in den Lehrplan der Volksschule integriert. Zusammen mit der Unterstufe (3. und 4. Schuljahr nach HarmoS-Zählung) bilden sie den Zyklus 1. Dieser sieht einen kontinuierlichen Übergang von einer Erfahrungs- und Spielorientierung zu einer Fachorientierung vor und zeichnet ein Bildungsverständnis, welches die individuelle kindliche Entwicklung in den Vordergrund stellt.

Mit der Einführung von verbindlichen Lernzielen ab dem vierten Lebensjahr besteht das Risiko, dass sich auch der Kindergarten vermehrt an den instruktivistischen und gleichschrittigen didaktischen Modellen der älteren Lernenden orientiert. Aus der Forschung ist bekannt, dass sich dieses Lernen bei jüngeren Kindern als weniger lernwirksam erweist.

Der Übergang vom spielbasierten zum systematischen Lernen im Zyklus 1 soll nicht als Bruch (z.B. zwischen KG und UST) erfolgen, sondern durch eine didaktische Fundierung, basierend auf entwicklungs- und lernpsychologischen Grundlagen und spieltheoretischen Überlegungen, systematisch gestaltet werden. Konkret bedeutet dies, dass der Kindergarten nebst dem spielbasierten auch das systematische Lernen gezielt integriert und die Unterstufe nebst systematischem Lernen das Spiel als Lernmodus versteht und gezielt einsetzt. Dadurch soll die Verständigung zwischen Kindergarten und Unterstufe bzw. ein gemeinsames Zyklusbewusstsein gefördert werden.

Im Rahmen des Entwicklungsprojekts wird gemeinsam mit Zyklus-1-Lehrpersonen aus dem Kanton Schaffhausen und einer Vertretung aus dem Erziehungsdepartement ein Konzept mit Praxisbeispielen erarbeitet und in Pilotprojekten umgesetzt.

  • Laufzeit: September 2018 - 2021
  • Finanzierung: Eigenmittel PHSH, Unterstützung durch das Erziehungsdepartement des Kantons Schaffhausen, Abteilung SEA.
  • Auftragnehmer/in: Edina Krompák, Leiterin Abteilung Forschung und Entwicklung
  • Sandra Di Sario, fachliche Leitung Zyklus 1, Cornelia Rüdisüli, Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Dozentin Zyklus 1
  • Projektleitung:  Sandra Di Sario, Cornelia Rüdisüli

Publikation

Di Sario, S., Rüdisüli, C. & Kübler, M. (2019). Das Spiel. Ein Lernmodus im Zyklus 1. Unveröffentlichtes Grundlagenpapier der Pädagogischen Hochschule Schaffhausen.

Auf Empfehlung des Erziehungsdepartements des Kantons Schaffhausen und mit finanzieller Unterstützung des Bundesamts für Kultur wird an der Pädagogischen Hochschule Schaffhausen das Projekt «Sprachland – Förderung der Mehrsprachigkeit durch Linguistic Landscape» (2019 - 2021) durchgeführt. Das Projekt findet seine theoretischen Wurzeln in der Erforschung von Linguistic Landscape. Linguistic Landscape befasst sich mit den sichtbaren sprachlichen Zeichen (Strassenschilder, Graffiti, Aufkleber und Symbole) im öffentlichen Raum und stellt Fragen zum Sprachgebrauch und zur Sprachenpolitik des jeweiligen Quartiers und des jeweiligen Landes.

Das Projekt verfolgt zum einen das Ziel, die Erstsprachen und die individuelle Mehrsprachigkeit der Schülerinnen und Schüler zu fördern, und zum andern, die Zusammenarbeit in einem multiprofessionellen Team (HSK-Lehrpersonen*, Klassenlehrpersonen, Dozierende und Studierende) zu ermöglichen. Darüber hinaus möchte das Projekt die Potenziale von Linguistic Landscape als didaktisches Werkzeug ausschöpfen und Möglichkeiten von dessen Verwendung im Unterricht eruieren. Durch die Auseinandersetzung mit den sprachlichen Zeichen werden sowohl die literale Kompetenz der Lernenden als auch ihre Language Awareness gefördert. Im Weiteren eröffnen sich Möglichkeiten für ausserschulisches Lernen.

  • Laufzeit: 2019 – 20
  • Finanzierung: Bundesamt für Kultur
  • Projektleitung: Dr. Edina Krompák  
  • Projektteam: Dr. Thomas Meier, Philipp Saner, Lisa Wepfer (alle PHSH), Klassenlehrpersonen, HSK-Lehrpersonen des Kantons Schaffhausen, Studierende der PHSH.

* HSK - Heimatliche Sprache und Kultur

Das Projekt «Domänenspezifische Präkonzepte von Kindergarten- und Primarschulkindern als Grundlage für die fachdidaktische Lehre, die Planung von Unterricht sowie die Gestaltung von Lehrmitteln im Fach Natur-Mensch-Gesellschaft (NMG)» hat zwei Ziele: 1. Übersicht über den Kenntnisstand der kindlichen Präkonzepte in den Bezugswissenschaften beziehungsweise Themata im Fachbereich NMG in Form eines Sammelbandes mit einem Überblick über die 12 Kompetenzbereiche des Fachbereichs NMG des Lehrplans 21. 2. Gezielte Beforschung von Präkonzepten in denjenigen Domänen, in welchen unser Kenntnisstand noch wenig entwickelt ist.

Beide Ziele basieren auf der Erkenntnis, dass das Vorwissen bzw. die Vorstellungen von Schülerinnen und Schülern zu bestimmten Themata in NMG eine Schlüsselstellung im Lernprozess der Kinder einnehmen und dass sich die Kenntnis der Präkonzepte der Kinder essenziell für die Planung wirksamen Unterrichts präsentiert, wenn man von der Vorstellung ausgeht, dass Lernen eine Veränderung von Präkonzepten bedeutet. Die Frage ist nun, ob die kindlichen Präkonzepte über Phänomene der Welt typische Muster aufweisen oder ob sie zusammenhangslos und individualisiert anfallen. Erste Ergebnisse deuten darauf hin, dass in der Heterogenität bestimmte Vorstellungen häufiger auftreten als andere und dass diese Präkonzepte erstaunlich veränderungsresistent sind.

  • Laufzeit: 2016-2020
  • Finanzierung: Fachdidaktikprogramm von swissuniversities, Eigenmittel der PHSH,
  • Leitung: Dr. Edina Krompák
  • Kooperation: Marco Adamina (PHBern), Katharina Kalcics (PHBern)
  • Finanzierung: Fachdidaktikprogramm von swissuniversities, Erstmittel der PHSH
  • Mitarbeitende: Nicole Schumann, Josua Dubach, Isabelle Föllmi (alle PHSH)

Im Lehrplan 21 wird die Wichtigkeit der Verbindung von Spielen und Lernen (child initiated activities / free choice activities / free play) betont (EDK, Lehrplan 21, 2016, Grundlagen, S. 42-43). Gleichzeitig steigt der Anspruch an die 4- bis 8-jährigen Kinder, einen zielgerichteten Kompetenzaufbau vorzunehmen. Die internationale spieltheoretische Forschungsliteratur postuliert deshalb zu Recht die Aufgabe, «to create playful environments within a classroom setting that may have beneficial implications for learning» (Crowley 2017, 238; Stamm 2016, 80). Die Verbindung von selbstgewählten und -gesteuerten (Lern-)Aktivitäten mit einem zielgerichteten Kompetenzaufbau gemäss dem neuen Lehrplan erscheint auf den ersten Blick als unvereinbarer Zielkonflikt. In der aktuellen Forschung wird als vielversprechender Weg das «guided play» postuliert (Fisher et al. 2010). Die Frage jedoch, wie Lernumgebungen beschaffen und konstruiert sein müssen, dass Kinder sie freiwillig wählen, sie bespielen und wie diese gleichzeitig den Erwerb von Kompetenzzielen gemäss Lehrplan unterstützen, ist bislang noch ungeklärt. Ebenfalls noch ungeklärt sind die Fragen, inwieweit die Kinder Impulse für solche spielbasierten Lernumgebungen durch Lehrpersonen benötigen und inwieweit eine professionelle Spielbegleitung den Kompetenzerwerb unterstützt. Zusätzlich ist noch ungeklärt, ob solche Lernumgebungen domänenspezifisch angelegt werden müssen oder ob hier allgemeine Kriterien formuliert werden können.

Ziel des Projekts sind empirisch fundierte Aussagen über die Qualitäts- und Konstruktionskriterien von spielbasierten Lernumgebungen und Hinweise darauf, wie Kinder dazu animiert werden können, diese zu bespielen, und welche Spielbegleitung dafür hilfreich sein kann.

An erster Stelle steht aktuell nach der Sichtung der internationalen Literatur die Ausarbeitung einer dienlichen Modellierung, die Entwicklung präziser Fragestellungen und parallel dazu (mittels Pilotprojekten) die Erarbeitung von validen Erhebungsinstrumenten.

  • Leitung: Cornelia Rüdisüli, Sandra Di Sario, Markus Kübler (alle PHSH)
  • Finanzierung: Erstmittel der PHSH
  • Kooperation: geplant, noch offen
  • Mitarbeitende: NN

Kinder, die mit digitalen Geräten aufwachsen (engl. digital natives), bedienen diese sehr gekonnt. Oft hinkt jedoch das konzeptionelle Verständnis hinterher. Die grosse Herausforderung besteht darin, die Präkonzepte im Bereich Informatik sichtbar zu machen. Informatikwissen wird im Lehrplan 21 erschlossen über die Kompetenzbereiche (Informatiksysteme, Algorithmen und Datenstrukturen) sowie über die in den Fächern integrierte Anwendung (Lehrplan 21, Modul Medien und Informatik, 2016). Dabei handelt es sich um drei grundsätzlich verschiedene Arten von Informatikwissen: Sachwissen («Wie funktioniert das Internet?»), Anwendungswissen («Wie bediene ich ein Textverarbeitungsprogramm?») und algorithmisches Denken (abstrakte Darstellung von Abläufen).

Schülerinnen und Schüler im Zyklus 1 und 2 haben oft Mühe, ihr Wissen zu verbalisieren, insbesondere komplexe technische Zusammenhänge. Kinderzeichnungen in Kombination mit Interviews eignen sich als Erhebungsmethode in der Medienforschung besonders, wenn es um emotionale oder konflikthafte Inhalte geht (Neuss 2017, S. 381), aber auch zur Erhebung von Wissensbeständen im Sachunterricht (Kübler 2017, S. 160-168). In diesem Projekt wird untersucht, inwiefern das informatische Sach- und Anwendungswissen mit dieser kombinierten Erhebungsmethode erschlossen und sichtbar gemacht werden kann. Weiter soll eine Erhebungsmethode entwickelt werden, so dass auch algorithmisches Denken visualisiert werden kann. 

  • Leitung: Dr. Bettina Waldvogel
  • Finanzierung: Erstmittel der PHSH
  • Kooperation: noch offen
  • Mitarbeitende: Bettina Waldvogel
Kontakt

Dr. Edina Krompák

Leiterin Abteilung Forschung und Entwicklung
+41 43 305 49 04
edina.krompak@remove-this.phsh.ch
Mo – Do (Di Homeoffice) / Raum A 23

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