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Forschung und Entwicklung

Forschung, Evaluation und Entwicklung an der Pädagogischen Hochschule Schaffhausen dient zweierlei Zielen:

  1. Forschung, Evaluation und Entwicklung steht in engem Zusammenhang mit der Lehre. Dozierende sollen als Forschende sowie als Lehrende Forschungsergebnisse in ihre Lehre integrieren und aus ihrer Lehre und ihrer Praxis Fragen an die Forschung richten können. Die Dozierenden der PHSH führen eigene Forschungs-, Evaluations- und Entwicklungsprojekte durch oder sie nehmen an solchen Projekten anderer Hochschulen teil.
  2. Forschung, Evaluation und Entwicklung ist der Teil der Grundausbildung der Studierenden. Sie lernen die wichtigsten Methoden sozialwissenschaftlichen Forschens kennen und partizipieren als Handelnde in einem Forschungsprojekt ihrer Wahl. Junge Lehrkräfte sollen einerseits eine forschende Haltung im Hinblick ihrer Praxis entwickeln und andererseits in die Lage versetzt werden, wissenschaftliche Studien und Ergebnisse auf einem professionellen Hintergrund zu interpretieren.

Die Pädagogische Hochschule Schaffhausen als Partnerschule der Pädagogischen Hochschule Zürich arbeitet insbesondere mit der PHZH eng zusammen. Für Studierende und Dozierende der beiden Hochschulen besteht die Möglichkeit, sich je an den laufenden Projekten beider Hochschulen zu beteiligen.

Die PHSH strebt eine Zusammenarbeit mit andern Hochschulen im Bodenseeraum an und ist offen für die internationale Vernetzung der Hochschulen im In- und Ausland.

 

 

 


Konzept Forschung und Entwicklung 2015 – 2020

Ingress
Forschung und Entwicklung ist zehn Jahre nach der Gründung Pädagogischer Hochschulen unbestrittener Bestandteil der Ausbildung von Lehrerinnen und Lehrer. Ein Konzept von Forschung und Entwicklung der PHSH beschreibt die Grundlagen, die Leistungsfelder und die Entwicklung von F+E in ihrem Umfeld.

1. Ausgangslage

Forschung und Entwicklung gehört seit der Gründung der Pädagogischen Hochschulen ab den Jahren 2001 und folgende zum integralen Bestandteil der neu in der tertiären Bildungslandschaft verankerten Ausbildungsstätten der Grund- und Weiterbildung der Lehrerinnen und Lehrer. Das erste Konzept der PHSH wurde nach der Gründung der PHSH 2003 und der Etablierung von Forschung und Entwicklung an der PHSH 2004 erstellt. Das vorliegende Papier schliesst an das existierende an und entwickelt die „Richtlinien Forschung und Entwicklung" aus dem Jahr 2006 auf der bestehenden Grundlage und Praxis weiter. Forschung ist dabei einer der Kernaufgaben einer Hochschule gemäss HFKG: „Die Hochschule betreibt Forschung entsprechend ihrem Auftrag, ihrem Profil und ihren strategischen Zielen."

2. Grundlagen

Die Aus- und Weiterbildung von Lehrerinnen und Lehrer hat evidenzbasiert zu sein. Dies bedeutet
- dass Dozierende ihre Ausbildung auf wissenschaftsbasierten Erkenntnissen aufbauen
- dass Studierende sicher sein können, dass ihre praktische wie theoretische Ausbildung auf aktuellen wissenschaftsbasierten Erkenntnissen beruht
- dass eine Pädagogische Hochschule Teil einer „scientific community" sein will und soll
- dass Dozierende – Rahmen ihrer Möglichkeiten und gemäss speziellem Auftrag - selber als Forschende und Entwickelnde tätig sind.

3. Forschung und Entwicklung an einer kleinen Pädagogischen Hochschule

Forschung und Entwicklung an der PHSH orientieren sich an den Fragen, Problemen und Bedürfnissen des Berufsfeldes Schule und Bildungssystem (berufsfeldorientierte Forschung und Entwicklung). In einer kleinen Pädagogischen Hochschule baut ein Konzept F+E auf einer Analyse der Stärken und Schwächen der PHSH auf. Als Stärken sind dabei zu erwähnen:
- eine enge und persönliche Vernetzung mit dem Berufsfeld (Lehrerinnen und Lehrer, Schulhäuser und Behörden); dadurch enge Kenntnis der Fragen im Berufsfeld; dadurch einfacher und schneller Zugang zum Forschungsfeld
- die kurzen Kommunikationswege zu Dozierenden und Studierenden beim Austausch über F+E und die kurzen Kommunikationswege innerhalb von F+E
Als Schwächen, Risiken und Begrenzungen sind zu erwähnen:
- die PHSH verfügt über vergleichsweise beschränkte Mittel insgesamt und beschränkte Mittel in Form von Erstmittel für die Forschung und Entwicklung. Grosse Projekte oder viele parallele Projekte sind deshalb nicht zu realisieren.
- eine kleine Pädagogische Hochschule hat ein beschränktes Potential an Personal, das für Forschung und Entwicklung qualifiziert ist oder dafür zur Verfügung steht.

Aus der Stärken-Schwächen-Analyse können für die Forschung und Entwicklung an der PHSH folgende Konsequenzen gezogen werden: Die PHSH realisiert Forschungsprojekte vor allem in der Vernetzung mit andern Pädagogischen Hochschulen und Universitäten im In- und Ausland. Die beschränkten Erstmittel bedeuten, dass zur Finanzierung von grösseren und längeren Projekten vorwiegend Drittmittel eingeworben werden müssen (Schweizerischer Nationalfonds, Stiftungen und private Sponsoren). Die beschränkten Ressourcen bedeuten, dass eine Konzentration und Fokussierung auf bestimmte Themen und Fragestellungen erfolgen muss. Die PHSH wird nur beschränkt imstande sein, Personal in Forschung und Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt zu generieren. Die PHSH bemüht sich, die in F+E engagierten Mitarbeitenden selber zu qualifizieren und ihnen eine mittel- bis langfristige Perspektive anzubieten. Forschungsnetzwerke, Mitarbeiterentwicklung und Projektentwicklung gruppieren sich um die strategisch definierte Fachexpertise in bestimmten Domänen herum.

4. Leistungsfelder und -aufträge von Forschung und Entwicklung an der PHSH

Die Leitungsfelder in Forschung und Entwicklung orientieren sich an die Anforderungen der Praxis bzw. des schulischen Umfeldes, den Anforderungen der Grundausbildung und Weiterbildung an der PHSG und an institutionellen Gegebenheiten. Die Leistungsfelder umfassen insbesondere:
a) Forschung in definierten Forschungsbereichen (siehe unten) in kleinen eigenen Projekten an der PHSH oder in grösseren Netzwerken (Beispiele: Historisches Denken, Binnendifferenzierende Sachtexte, Präkonzepte usw.)
b) Entwicklungsprojekte aus eigener Initiative an der PHSH oder in grösseren Vernetzungen (wie z.B. Mitarbeit Lehrplan 21, Entwicklung und Begutachtung von Unterrichtsmaterialien und Lehrmitteln)
c) Beratung und Coaching von Dozierenden bei der Entwicklung ihrer Module, ihrer Qualifikationsarbeiten (Masterarbeiten, Doktorate und Habilitationen und ihrer Forschungsprojekte für die PHSH und PHZH) und von Praxislehrkräften im Rahmen ihrer Ausbildungstätigkeit mit Studierenden.
d) Beratung und Coaching von Studierenden bei den Bachelorarbeiten im Bereich Forschungsdesign oder Auswertung von Daten
e) Angebot von Kursen und Weiterbildungsveranstaltung im Bereich von Forschung und Entwicklung für Lehrpersonen für die PHSH und PHZH und in anderen Kantonen
f) Angebot von Forschungs- und Entwicklungsprojekten in Form von F+E-Module in der Grundausbildung für Studierende an der PHSH und an der PHZH
g) Erstellen von Gutachten für externe Auftraggeber im Bereiche der Fachexpertise von F+E (Beispiele: SNF, Bildungsministerien, Fachzeitschriften usw.)
h) Vertretung der PHSH in den entsprechenden (schweizerischen) Gremien im Zusammenhang mit F+E

5. Die Forschungs- und Entwicklungsfelder der PHSH

Die definierten Forschungsfelder entsprechen einerseits dem Kriterium der Berufsfeldorientierung und andererseits verfügt die PHSH in diesen Forschungs- und Entwicklungsfelder über eine bereits bestehende Expertise. Es sind dies:
a) kindliches Denken
b) Unterricht, Unterrichtsmaterialien, Lehrpläne
c) Aus- und Weiterbildung von Lehrerinnen- und Lehrer

a) Kindliches Denken
Kindliches Denken ist Ausgangspunkt für unterrichtliche Planung. Dass die kindlichen Wissensbestände und Konzepte eine wirkmächtige Ausgangslage für den Unterricht in verschiedensten Fächern darstellen, ist seit längerem bekannt. Die Kenntnisse über dieses kindliche Vorwissen – insbesondere von Kindergarten- und Primarschulkindern – sind in weiten Teilen einzelner Domänen noch sehr disparat. Gemeinsam mit andern Pädagogischen Hochschulen kann hier ein wesentlicher Beitrag zur Grundlegung von Unterricht geleistet werden.

b) Unterricht, Unterrichtsmaterialien, Lehrpläne
In diesem Forschungsbereich geht es vorwiegend um Untersuchungen und Evaluationen im Feld des Lehrens und Lernens im Unterricht. Dabei sind die verschiedenen neuen Unterrichtsformen (Erweiterte oder Offene Lernformen) sowie strukturelle Differenzierungsmassnahmen (z.B. Binnendifferenzierung oder Individualisierung) in ihrer Wirksamkeit von besonderem Interesse. Ebenfalls in diesen Bereich gehören innovative Lehrmittelkonzepte, die an der PHSH in Zusammenarbeit mit Kantonen, Lehrpersonen, Dozierenden und Lehrmittelverlagen erarbeitet und getestet werden können. Die PHSH engagiert sich ebenfalls in der Erarbeitung, Konzeption, Einführung, Begutachtung und Evaluation von Lehr- und Bildungsplänen im kantonalen, nationalen wie internationalen Rahmen.

c) Aus- und Weiterbildung von Lehrerinnen- und Lehrer
Lehrkräfte und ihr Unterricht stehen seit geraumer Zeit unter erhöhtem Legitimationszwang einerseits den Behörden gegenüber (finanzpolitische Aspekte und Wirkungsanalysen) und anderseits der Elternschaft gegenüber (Lernerfolg der Kinder). Schulteams wie auch Lehrkräfte sind darum vermehrt im Bereich der Kommunikation und Reflexion ihrer Arbeit gefordert. Die PHSH engagiert sich in der Schulentwicklung von Schulhausteams und begleitet diese wissenschaftlich.

6. Finanzierung von Forschung- und Entwicklung

Die Finanzierung von Forschung und Entwicklung setzt sich aus Erstmitteln der PHSH und aus Drittmitteln aus externen Beiträgen zusammen. Die Mittel werden zur Hauptsache für Personalkosten aufgewendet. Das Verhältnis zwischen Erst- und Drittmitteln soll in der Regel gleich gross sein. Die Erstmittel stellen sicher, dass eine Sockelanstellung für Leitung und wissenschaftliche Mitarbeitende für längerfristige Projekte und für die Erarbeitung von Projektanträgen möglich wird. Die Drittmittel stellen die Ressourcen für die Durchführung von Projekten sicher. Als Partner der Drittmittelquellen sind dabei folgende anzusehen: Schweizerischer Nationalfonds, andere Hochschulen und Verbünde, öffentliche Auftraggeber und Ausschreibungen von Wettbewerben sowie private Stiftungen.

7. Qualitätsstandards und Qualitätssicherung

Die PHSH betreibt Forschung auf der Grundlage internationaler Forschungsstandards und berücksichtigt die anerkannten ethischen Standards in der Forschung gemäss den Qualitätsstandards für die institutionelle Akkreditierung HFKG:„Die Forschungstätigkeiten entsprechen in qualitativer Hinsicht der geltenden internationalen Praxis."
Die ethischen Standards gelten besonders hinsichtlich der Forschungsprojekte, die mit Kindern arbeiten. Die PHSH beachtet die entsprechenden Datenschutzrichtlinien.

Die PHSH beachtet die Qualitätsstandards für die institutionelle Akkreditierung HFKG:
„Das Qualitätssicherungssystem sieht eine regelmässige Evaluation, insbesondere durch externe Peers, der Forschungstätigkeiten und der Ergebnisse vor." Dazu wird die Etablierung eines Wissenschaftsbeirats beantragt. Die PHSH lässt sich regelmässig durch eine externe Stelle (z.B. Peer Review gemeinsam mit der PHZH) evaluieren.

8. Zusammenarbeit mit andern Hochschulen und Leistungsträgern

Die PHSH arbeitet thematisch bezogen mit den entsprechenden nationalen und internationalen Hochschulen und Institutionen zusammen. Die PHSH engagiert sich in den entsprechenden Grmien von Forschung und Entwicklung auf nationaler Ebene (swiss universities bzw. cohep). Sie sucht insbesondere die Zusammenarbeit mit ihrer Partnerhochschule PHZH und mit der Partnerschule in Eupen / Belgien.
Es sind dies zur Zeit (2014-2017):
(Frühes) Historisches Denken: PHGR, PHZH, PHSG, Universität Potsdam, Universität Göttingen, Ludwig-Maximilian-Universität München
Binnendifferenzierende Sachtexte: Universität Fribourg/Institut für Mehrsprachigkeit, und PHGR
Präkonzepte von Kindern: mit PH Bern, Universität Münster
Projekt Mehrsprachigkeit: Universität Kassel, Zentrum Lesen Kassel, Bildungsministerium Luxembourg, FH Nyssa PL, AHS Eupen/B, Uni und PH Klagenfurt/A
Projekt Go tec: mit den Partnern der Schaffhauser Industrie

Ausserschulische Lernorte: Naturpark Schaffhausen

9. Personelles

Die Pädagogische Hochschule Schaffhausen engagiert sich in der Personalentwicklung von wissenschaftlichen Mitarbeitenden. Die PHSH unterstützt die wissenschaftliche Weiterqualifikation der in der Forschungsstelle der PHSH engagierten Mitarbeitenden.

Leitung F+E: Die FS F+E der PHSH wird geleitet durch eine in Wissenschaft und Forschung entsprechend ausgebildete Person. Sie setzt das Konzept F+E der PHSH um, leitet und koordiniert die Projekte, unterzeichnet die Projektgesuche an die Drittmittelstellen und ist zuständig für die Mitarbeitenden im Rahmen von F+E. Die Leitung F+E vertritt die PHSH in Forschung und Entwicklung in der Regel gegen aussen.

Dozierende: Dozierende können im Rahmen der F+E-Module in der Grundausbildung Forschung- und Entwicklungsprojekte durchführen.

Wissenschaftliche Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen (WMA)(Mittelbau): Wissenschaftliche Mitarbeitende führen definierte Projekte selbständig oder in unterstützender Weise durch. Die PHSH unterstützt die wissenschaftliche Aus- und Weiterbildung der Mitarbeitenden.

Studentische Mitarbeitende (HA): Für temporäre Arbeiten an Projekten können studentische Hilfsassistenzen eingerichtet werden.

Die Schulleitung erarbeitet in Zusammenarbeit mit der Leitung der Forschungsstelle die entsprechenden Pflichtenhefte für die einzelnen Mitarbeitendenkategorien.

10. Dissemination der Resultate

Die PHSH publiziert ihre Forschungsresultate und ihre Entwicklungsarbeiten in internationalen Zeitschriften und Buchbeiträgen. Sie liefert Grundlagenartikel für Handbücher. Die PHSH initiiert selbständig nationale und internationale Veröffentlichungen in Bereichen der eigenen Expertise (z.B. Präkonzepte von Kindern im Sachunterricht). Die PHSH veröffentlicht regelmässig Unterrichtsmaterialien in schweizerischen und internationalen Zeitschriften für Lehrpersonen (Beispiele: Grundschulzeitschrift, Schule konkret, 4 bis 8, Perspektivrahmen der GDSU, Musik für Kinder, usw.). Die Forschenden der PHSH nehmen regelmässig referierend an nationalen und internationalen Kongressen teil. Die Forschenden der PHSH initiieren und organisieren internationale Kongresse mit (Beispiele: Kongress Mehrsprachigkeit in Nyssa/Polen 2015; Kongress Frühes Historisches Denken in Potsdam 2015). Die PHSH bietet interne Veranstaltungen zu Forschung und Entwicklung an, um den Studierenden und Dozierenden Gelegenheit zu bieten, sich über aktuelle eigene oder andere bedeutsame Resultate aus Forschung und Entwicklung zu informieren (Kolloquien usw.).


5.2.2015

 

 

 

Kontakt

Markus Kübler

+41 43 305 49 29

Markus.Kuebler@phsh.ch

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Geflüchtete Kinder begleiten

Angebote PHSH 2016

Filmabend "Kein Kinderspiel"

 

Vorschau Kurse 2017

Anmeldungen sind nach Erscheinen des LWB-Programms 2017 möglich.

Kinder mit Fluchterfahrung
kompetent begleiten

Jugendliche mit Fluchterfahrung
kompetent begleiten

Geflüchtete Kinder und Jugendliche
integrieren (für Schulbehörden und Schulleitungen)

Kinder mit Fluchterfahrung integrieren, begleiten und fördern - Supervision

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Anmeldetermin Vorkurs

Die Anmeldefrist für den Vorkurs VK3 an der PHZH, der im Januar startet, ist vorverlegt worden.

Neuer Termin: 20. Juli


Vorbereitungskurse und Aufnahmeverfahren

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Neuer Studiengang ab 2016:

Kindergarten- und Unterstufe

Die aktuellen Dokumente im Überblick

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